Im Alltäglichen das Wunderbare sehen - Meine Indien-Reisen mit Djoser nach Gujarat & Ladakh
Immer wieder werde ich gefragt, warum ich so gerne ausgerechnet nach Indien fahre, wo gerade dort die Lebensumstände (nicht nur die hygienischen!) so anders sind, als wir es in Europa gewohnt sind. Wo der Unterschied zwischen arm und reich enorm groß ist. Wo die Kultur und die Religion sich von der unseren so unterscheidet, dass ich manchmal nur verblüfft staunen kann.
…und gerade deshalb, weil es in Indien genau SO ist, liebe ich es, dorthin zu reisen. Manchmal muss ich mich aus der gewohnten „Komfortzone“ herausbegeben, um den Reiz bisher ungewohnter Sichtweisen zu erkennen. Muss runter vom Sofa, raus aus Deutschland, um den Blick über den europäischen Tellerrand hinaus zu wagen. Belohnt werde ich mit Eindrücken, die keine noch so gute TV-Reisereportage liefern kann.
Tief beeindruckt bin ich in Indien stets von der Haltung der Menschen, mit der sie ihr Leben (in der für sie oft durch kulturelle Gegebenheiten unabänderlichen Situation) meistern:
Gerade in Indien lerne ich die einfachen Dinge des Lebens wieder sehr zu schätzen:
Unbeschreiblich sind die vielen Eindrücke, die mich immer wieder überraschen, sobald ich in Indien reise:
Wie emanzipiert indische Frauen sich ihren Platz in der Gesellschaft suchen, erkämpfen, verteidigen und einnehmen, finde ich ebenso bemerkenswert. Auf dem Land – wie im Norden Gujarats – häufig noch in traditioneller Rolle als respektierte Hausfrau und Mutter zahlreicher Kinder. Aber auch hier zunehmend offen für Arbeitsteilung und neue Geschäftsmodelle, z. B. beim Verkauf der Stickarbeiten in den Stammesdörfern von Bhuj oder als außerordentlich resolute Fischverkäuferin in Diu, wo das Marktgeschehen fest in weiblicher Hand ist und die Männer als Zulieferer der Ware dienen.
Der Kontrast zu der durch die Hitze manchmal eintönigen Umgebung hebt die Farbigkeit besonders hervor: Die bunten Gewänder auf dem Fischmarkt von Diu in Gujarat, die Pfauen in der dürren Landschaft von Sasan Gir, die bunt bemalten Tempel in den kargen Bergen Ladakhs, der strahlend blaue Himmel über den schneebedeckten Bergen des Himalaya und die bunt im Wind flatternden Gebetsfahnen im Karakorumgebirge – um nur ein kleine Auswahl zu nennen.
Berührend auch, wie ehrfürchtig Glauben im ganzen Land gelebt und Spiritualität auf vielfältige Weise im Alltag integriert wird:

Zahlreich sind also die großen Kontraste innerhalb Indiens, die mich faszinieren: Die Hitze des Monsuns und die Kälte in den Höhen des Himalaya, die Wassermassen in der Regenzeit und die Dürre während der Trockenzeit, die Kargheit der Landschaft und die Einzigartigkeit des Himalaya, das urbane Getümmel in den Großstädten mit industrieller Infrastruktur und Fortschrittsbestrebungen und das beschauliche Dorfleben auf dem Land mit Pflege des traditionellen Kunsthandwerks.
Der Reiz besteht in der Gegensätzlichkeit und der indischen Art, damit umzugehen. Manchmal drängt sich mir als Europäerin jedoch die Frage auf, ob es eine „Verkehrte Welt“ gibt: Indien mit seinem vergleichsweisen Mangel an materiellen Werten - dafür aber mit einem enormen Reichtum an spirituellen Werten und menschlicher Zuwendung …oder Europa mit seinem großen materiellen Reichtum - aber einem Mangel an Mitmenschlichkeit und Herzlichkeit. Viel Positives lässt sich in beiden Welten finden, wenn auch die Schwerpunkte anders gesetzt sind.
Ein Eindruck aber überwiegt als Anreiz, um so oft es geht durch Indien zu reisen:
Demütig und dankbar für den unverdienten Luxus, in dem wir in Deutschland unbeschwert leben dürfen, kehre ich heim mit dem guten Vorsatz, die indische Mitmenschlichkeit und die Gelassenheit beim Umgang mit Hindernissen im Alltag in meine Welt zu übertragen. Leider benötige ich oft noch „Nachhilfe“, sodass ich möglichst bald wieder nach Asien zurückkehre.
Warum ich dann gerade mit Djoser immer wieder gerne zu neuen Ufern aufbreche?
Weil die Reisebegleiter den Menschen Asiens zugeneigt sind, Begegnungen ermöglichen und gleichzeitig die Bedürfnisse der eigenen Reisegruppe im Blick haben.
Weil auch Einzelreisende in die Gruppe integriert werden und individuelle Wünsche im Rahmen der Möglichkeiten berücksichtigt werden.
Weil Djoser den verlässlichen Rahmen beim Aufbruch ins Ungewisse bietet.
Vielen Dank dafür!
Iris Päch
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